Der Mensch Stefan Bellof: Sein Leben

Stefan Bellof wurde am 20. November 1957 in Gießen geboren und starb am 1. September 1985 im Alter von 27 Jahren bei einem Rennunfall. Er wurde bekannt durch sein herzliches Lachen, seine Ausgeglichenheit und seine atemberaubenden Erfolge.

„Jeder deutsche Rennfahrer weiß, wer Stefan Bellof war.“
Sebastian Vettel

Die Grundsteine für Stefans Rennfahrerkarriere wurden schon sehr früh gelegt. Bereits sein Vater Georg war früher Rallyes und Bergrennen gefahren und besaß eine Lackiererei und Karosseriewerkstatt. Stefan und sein älterer Bruder Georg, genannt Goa, liebten schon immer rasante Sportarten wie Skifahren, Squash, Fußball, Tennis und Kart. So kam es schließlich dazu, dass der Großvater den Jungs zwei Karts schenkte und dadurch die Karriere der beiden ins Rollen brachte – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Das Auto war schon immer sein Metier. Mit vier Jahren hatten die Buben schon ihr eigenes Goggomobil und dann fuhren sie bei uns auf dem Betriebshof zur Freude aller herum.“
Elisabeth Bellof

Gemeinsam fuhren die Brüder ab 1973 dann Kartrennen, vor allem in Oppenrod in der Nähe von Gießen. Sie bildeten ein Spitzenteam und gewannen etliche Rennen. Letztendlich beendete Goa seine Rennsportkarriere zugunsten von Stibbich, wie Stefan gerne genannt wurde, weil er eben der Jüngere, der Kurze war. Für Stefan folgte eine rasante Zeit mit vielen Hochs und Tiefs, durch die ihn seine Freundin Angelika Langner, mit der er seit 1976 zusammenlebte und die er 1986 heiraten wollte, stets begleitete. Sie entwarf auch sein einmaliges Helmdesign.

„Wir haben knallhart miteinander gekämpft, konnten aber auch, wenn es sein musste, gegen die internationale Konkurrenz mit gemeinsamer Taktik so manches Rennen zu unseren Gunsten umbiegen.“
Goa Bellof

Im Jahr 1981 legte Stefan – nur drei Tage vor dem Formel Ford Finale – seine Prüfung zum Karosseriebaumeister ab. Alles ganz ohne Probleme, trotz der stressigen Zeit. Anschließend begann er dann auch, nebenbei in der Werkstatt seines Vaters zu arbeiten und wurde Juniorchef. Im Lauf seiner Karriere bezogen Stefan und Angelika außerdem einen Zweitwohnsitz in Monte Carlo, so wie viele andere Rennsportler auch.

„Bellof war eine Kreuzung aus Schumacher und Gilles Villeneuve.“
Herbie Blash, 1995

Stefans großer Traum war immer, in der Formel 1 zu fahren. Autos mit Dach mochte er dagegen nie, trotzdem erzielte er genau mit ihnen seine größten Erfolge: Er wurde der erste deutsche Langstrecken-Weltmeister, deutscher Rennsportmeister und stellte einen bis heute ungebrochenen Rekord am Nürnburgring auf. Als er dann schließlich in der Formel 1 ankam, fehlten ihm ein wenig die Herzlichkeit und die warme Kollegialität der anderen Fahrer, die er selbst so sehr lebte, liebte und aus seinen früheren Rennerfahrungen gewohnt war.

„Er ist das größte Talent, das mir je begegnet ist. Ein Talent, das leider nicht zeigen durfte, zu was es imstande war.“
Jackie Stewart, 1984 in „Der Spiegel“

Man liebte Stefan für seine fröhliche und bodenständige Art, für Fans war er ein Held zum Anfassen, immer nah, immer ehrlich. Er kam aus dem Nichts und eroberte im Flug die Herzen der Menschen. Leider endete seine Karriere viel zu früh, sonst hätten wir das „Schumi-Wunder“ womöglich schon deutlich früher erlebt.

„Stefan war von allen Fahrern der Beste. Er war ein Vollblutracer, der auch aus einem Geraffel von Auto das Letzte herausholte.“
Rudi Walch, technischer Ingenieur bei Brun Motorsport

Galerie

Besonders lackierte 928 S exklusiv für die Werksrennfahrer 1984/85, lackiert von Fa. Stahl, hier die Fahrzeuge für Stefan Bellof (hinten) und Jacky Ickx | © Porsche AGStefans 1985 Dienstwagen | © Porsche AGNorisring Autogrammstunde | © Familie BellofGespräch mit Sponsor Georg Loos, Hockenheim 1981 | © Familie Bellof

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