Formel 3: Einstieg dank Bruder Goa

1981 wird Stefan vor die Entscheidung gestellt, Procar-BMW M1-Rennen zu fahren, wo durch den Tod von Hans-Georg Bürger ein Platz frei geworden ist. Bellof lehnt entschieden ab, denn ein Auto mit Dach will er partout nicht fahren. So schickt man ihn zu Bertram Schäfer, der das Ausnahmetalent im Juni in Wunstorf zum ersten Mal in der Formel 3 fahren lässt – kostenlos, weil glücklicherweise noch Goas Motor zur Verfügung steht. Hier macht Stefan sofort von sich reden: Er fährt die unbekannte Strecke mit Bestzeiten und darf anschließend von der Pole starten. Auf der regennassen Strecke gerät er einmal ins Schleudern, holt dann aber Runde für Runde immer weiter auf und wird Zweiter. Schäfer ist begeistert, die Titelanwärter Frank Jelinski und Franz Konrad erschrocken. So jemanden wie Stefan haben sie noch nicht erlebt! So ein Talent hat es unter den Deutschen noch nicht gegeben!

„Stefans erster Auftritt war wie ein Donnerschlag. Er bewegte den Ralt mit solch spielerischer Leichtigkeit, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte.“
Bertram Schäfer, F3-Teamchef 1981

Schäfer schenkt dem Jungtalent eine weitere Fahrt in Erding. Dann ergibt sich jedoch dasselbe Problem wie bei der Formel Ford: Sponsoren müssen her, sonst kann Stefan nicht mehr fahren. Nach einer langen und erfolglosen Suche gerät das Ausnahmetalent schließlich an den Immobilienkaufmann und Porsche-Rennstallbesitzer Georg Loos und gewinnt diesen, nur vier Tage vor dem nächsten Rennen, als Sponsor.

„Seine Stärken sind eiserner Wille, unglaubliche Nerven, die absolute Einstellung zum Rennsport.“
Rainer Braun

Der Vertrag ist nicht ohne: Stefan bindet sich bis 1983 an Loos und muss darüber hinaus auch noch für diesen im Renault 5 Turbo fahren, einem Auto mit Dach. Letztlich fährt er gleichzeitig in der Formel Ford und in der Formel 3 und beide Titel rücken in greifbare Nähe – obwohl Stefan erst zur Saisonmitte in die Formel 3 eingestiegen ist! Im Finale im Nürnburgring ist Stefan sogar Tabellenführer, doch den Sieg fährt er trotzdem nicht ein. Er wird Opfer einer Rammattacke, nach der er zwar wieder aufholt, dann aber erneut gerammt wird – vom selben Fahrer! Die Attacken werfen ihn zu weit zurück. Überall herrscht Empörung, da das Manöver wohl geplant war, angeblich sogar von Konrad selbst, dem man aber nichts nachweisen kann. So gewinnt Jelinski den Titel, Konrad wird Zweiter und Stefan Dritter. Trotzdem ist Stefan glücklich: Er wird bekannter und die Konkurrenz beginnt zu realisieren, dass sie keinen normalen Fahrer vor sich hat.

„Beim letzten Lauf zur deutschen Formel-3-Meisterschaft auf dem Nürnburgring kam es zu einem Skandal. Favorit Stefan Bellof wurde schon in der 1. Runde vom einem speziell angeheuerten „Killer“ gerammt. Das war das Aus.“
Originalmeldung Express Köln, 21.09.1981

Am Ende der Saison kommt es schließlich zum Rechtsstreit zwischen Bellof und Sponsor Loos. Loos kann kein verbindliches Programm vorweisen und Stefan möchte in die Formel 2 wechseln, hat bereits Kontakte aufgebaut. Letztlich muss der junge Rennfahrer 37.500DM Ablöse zahlen, um dem Knebelvertrag zu entkommen. Harter Tobak, doch die Karriere muss vorangetrieben werden. Das Ziel der Formel 1 rückt näher.

Galerie

Startaufstellung Hockenheim | © Familie BellofSiegerehrung Hockenheim 1981, 1. Platz, links Brutschin, rechts Konrad | © Familie Bellof

Ergebnisse

DatumRennstreckeResultat
21.06.1981Wunstdorf2.
05.07.1981Erding4.
12.07.1981Salzburgring3.
19.07.1981Nürburgring3.
26.07.1981Diepholz1.
23.08.1981Zolder4.
06.09.1981Hockenheim1.
13.09.1981Siegerland Flugplatz1.
20.09.1981Nürburgring13.

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