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Rainer Braun: Meine Erinnerungen an Stefan Bellof „Er war der schnellste Mensch auf dem Planeten mit einem Porsche 956“

Rainer Braun gehört seit Jahrzehnten zum Kreis der qualifiziertesten Motorsport-Fachleute, die Deutschland aufzubieten in der Lage ist: In den 1990er-Jahren war der der Journalist die Stimme der DTM, doch auch als Buchautor rund um die schnellsten Autos und deren Fahrer verdiente sich der heute 76-Jährige Reputation und Anerkennung; gewann Auszeichnungen wie die Johny-Rozendaal-Uhr des Verbandes der Motorjournalisten. Braun kann nach fast 50 Jahren im Beruf auf die Begleitung des Vollgas-Zirkus zu 1000 Rennen als Streckensprecher, Autor und Fernseh-Kommentator zurückblicken. Fünf Jahrzehnte ununterbrochen seine Arbeit als Journalist abgeliefert zu haben, das heißt natürlich auch, über einen nahezu vollkommenen Überblick über den Motorsport zu verfügen: Was Braun das Futter dazu gibt, Schicksale von Menschen, Entwicklungen von Rennställen oder gleich ganze Autorennen in Büchern wie „Hallo Fahrerlager“ aufleben zu lassen. Er war als Streckensprecher dabei, als der unvergessene Gießener mit der Rekordrunde im Zeittraining zum ADAC 1000-Kilometer-Rennen am Nürburgring im Rahmen der FIA Sportwagen-Weltmeisterschaft Motorsportgeschichte schrieb, weil niemand ahnen konnte, dass ein Rekord aufgestellt werden würde, der noch mehr als 30 Jahre seine Gültigkeit hat.

Wir blicken zurück – der Kampf um die Pole-Position der Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring: Der frühere Formel-1-Pilot Jochen Mass ist fünf Sekunden langsamer; dem amtierenden Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg nimmt Stefan Bellof auf der 20,835 Kilometer Länge messenden Nordschleife eine halbe Minute ab: 6:11,13 Minuten benötigte der Neuling im Team mit dem Porsche 956 Chassis 007 zur Umrundung der ehrfurchtsvoll Grüne Hölle genannten Piste. Mit im Durchschnitt 202 km/h unterwegs – so schnell wie kein Rennfahrer zuvor. Trotz zweier kleiner Fehler, wie er danach typisch entspannt sagen wird. Der damalige Streckensprecher und Bellof-Manager Rainer Braun stürmte in die Zeitnahme: „Stimmt das? Oder habt ihr einen Fehler drin?“ Kein Irrtum. Unmöglich. Alles echt. Und wahr. Und mit diesem Mann haben wir uns anlässlich des 7. PZ Aachen Classic Day getroffen, um mit ihm über Stefan Bellof zu sprechen.

StefanBellofOfficial: Herr Braun, was ist die erste Erinnerung, die Sie mit Stefan Bellof verknüpfen?

Rainer Braun: Die erste Erinnerung ist die, dass meine Bürotür aufging und Bellof in meinem Büro stand. Das war 1979, nein, 1980. Ich fragte: „Wer sind Sie und was wollen Sie?“ Und er meinte: „Ich bin Stefan Bellof. Der Walter Lechner schickt mich und hat gesagt, Sie könnten mir helfen.“ Darauf sagte ich mit ironischem Unterton: „Das passt ja ganz gut, ich habe auch sonst nichts zu tun.“ Eigentlich wollte ich ihn rausschmeißen, ganz nach dem Motto: Du hast keinen Termin, nicht angerufen und jetzt überfällst du mich hier, wo ich doch wirklich genug andere Sachen zu tun habe. Aber der Kerl hat so viel Charme ausgestrahlt und ein so einnehmendes Lächeln gehabt, dass man dem gar nicht widerstehen konnte. „Also was willst du?“ – „Ich möchte möglichst schnell Formel 1 Fahrer werden“, war seine Antwort. Da habe ich ihn im Büro herumgeführt und ihm ein paar Bilder von kürzlich verunglückten Kollegen und Freunden gezeigt und ihn gefragt: „Willst Du das denn wirklich? Guck Dir die genau an. Das ist das Risiko.“ Aber er wollte das unbedingt: „Das ist mir scheißegal. Ich will das und basta.“ Und ab da war klar: Der ist nicht zu halten. Der will das machen, dem musst du helfen. Dann habe ich erstmal geschaut, dass er bei Bertram Schäfer einen ordentlichen Sitz bekommt in der Formel 3.

StefanBellofOfficial: Er kam ja dann, nachdem weitere F3-Starts zum Nulltarif bei Schäfer  nicht mehr möglich waren, zur Saisonmitte 1981 zu Georg Loos. Loos war seinerzeit als Rennfahrer in der Sportwagen-Weltmeisterschaft, der  Interserie und der Deutschen Rennsport-Meisterschaft DRM populär, aber eben auch als Chef des Gelo Racing Teams ein Begriff.

Rainer Braun: Das war eine Harakiri-Nummer mit dem Georg Loos. Ich habe Stefan gleich gesagt: „Du begibst Dich jetzt in Teufels Küche. Wenn wir das unterschreiben, dann hast Du einen Teamchef, mit dem gibt es nichts zu lachen. Das ist ein ganz schwieriger Mann.“ Und so ist es ja auch gekommen, aber es war Stefan egal. „Ich unterschreib‘ alles“, hat er immer gesagt, was ihm übrigens ein paar Mal zum Verhängnis geworden ist. Er hat aber mit Loos‘ Hilfe die  Formel 3-Saison zu Ende fahren können. Natürlich ist es im Eklat zu Ende gegangen. Wie sollte es auch anders sein? Ich habe Stefan einen Anwalt besorgt, damit er da raus kommt mit einem blauen und einem etwas weniger blauen Auge. Erst in diesem Augenblick hat er begriffen, dass man nicht alles unterschreibt. Er hat ja wirklich alles unterschrieben, damit er Autofahren kann. Ich habe ihm auch gesagt: „Wenn Du einen Vertrag hast, kannst Du nicht noch zwei weitere unterschreiben, ohne den ersten gelöst zu haben.“ Egal, Hauptsache er kann Rennen fahren, so ungefähr.

StefanBellofOfficial: Wie ging es dann weiter?

Rainer Braun: Dann habe ich ihn an Willy Maurer in die Formel 2 übergeben und an Dieter Stappert bei BMW. Damit war ich raus; nur noch der Beobachter und ein guter Freund, mit dem er öfter telefoniert hat. Stefan ist dann seinen Weg alleine gegangen – und er ist ihn gut alleine gegangen. Eigentlich hätte er nie einen Manager gebraucht, der hätte sich auch wunderbar selbst vermarkten können. Nur hätte er vermutlich noch mehr Verträge unterschrieben am Ende und der Zirkus wäre noch größer geworden. Das sonnige Gemüt dieses Mannes, dieses Lachen, diese Unkompliziertheit, diese Lockerheit – das alles hat ihn bei allen so sympathisch gemacht, beim Publikum und bei seinen Kollegen. Und er war so unglaublich schnell, so abartig schnell, dass man das gar nicht begreifen konnte. Das war wie von einem anderen Stern. Er war der schnellste Mensch auf dem Planeten mit einem Porsche 956. Es gab keinen Schnelleren; es gab niemanden, der später gebremst hat. Es gab niemanden, der mit mehr Mut gefahren ist und dieser Mut ist ihm leider auch zum Verhängnis geworden, wie wir wissen. Denn manchmal war er nicht nur mutig, sondern übermütig. Das war aber seine Mentalität, den konntest du nicht bremsen. Bellof war Bellof, mit allem, was dazugehört. Der Peter Falk hat ein paar Haare wegen ihm verloren, weil Stefan wirklich gemacht hat, was er wollte. Der hat den Jacky Ickx von morgens bis abends verarscht. Deswegen gab es ja auch diesen Eklat mit den beiden, weil Ickx als Altvorderer sich sowas nicht gefallen lässt. Da kommt ein junger Fahrer, drückt  ihm drei Sekunden auf  und sagt: „Na, alter Mann. Und was sagen wir jetzt?“ Da ist doch klar, dass es Zirkus gibt. Und Stefan hat sich natürlich darüber gefreut wie ein Sonnenkönig.

Stefan Bellofs Weggefährten im Kurzporträt: Willy Maurer, Dieter Stappert und Peter Falk (von StefanBellofOfficial)

Willy Maurer und sein Team Maurer Motorsport traten mit von Gustav Brunner konstruierten Rennwagen von 1979 bis 1982 in der Formel 2 an. Maurer bewarb mit diesen Einsätzen seine Magenbitter-Marke Mampe Halb und Halb, die der Inhaber der von ihm selbst 1949 gegründeten Rei-Waschmittelwerke seit 1964 besaß.  Maurer war seit 1982 Manager und Teamchef von Stefan Bellof.

Vom Posten des Chefredakteurs der Motorsport-Zeitschrift Powerslide / Motorsport-aktuell wechselte Dieter Stappert 1977 zur BMW Motorsport AG, wo der Österreicher nicht nur die Karriere von Stefan Bellof unterstützte, sondern als Rennleiter auch Nelson Piquet mit dem BMW Turbo im Brabham BT52 zur Formel 1-Weltmeisterschaft verhalf; dem ersten Turbo, der eine F1-WM gewann.

In den Jahren 1969 bis 1982 arbeitete der Ingenieur Peter Falk für Porsche als Leiter der Abteilung Vorentwicklung und Rennen; seit 1982 war er als Rennleiter für die Einsätze u.a. auch von Stefan Bellof verantwortlich. Ab 1988 nahm Falk als Leiter der Fahrwerksentwicklung maßgeblichen Einfluss auf das Entstehen der Porsche 928, 944, 964 Turbo und 968 wie zuvor der Sportwagen 956/962.

Weiter mit O-Ton Rainer Braun: Dafür muss ich etwas über seinen Charakter erzählen. Wir hatten irgendwann ausgemacht, dass er mir, wenn mal er Geld verdient, einen gewissen Prozentsatz abgibt. Ich habe ihm immerhin für die ersten Jahre nie irgendwelche Kosten oder Auslagen berechnet. Also habe ich gesagt: „Stefan, wenn Du irgendwann Geld verdienst, wenn Du mal einen Werksvertrag hast, kannst Du Dir mal überlegen, was Du mir zurückgibst. Ich hätte vielleicht gerne die Summe X.“ Die war durchaus moderat, aber ich wollte ihn auch nicht darauf festnageln. Er konnte das letztlich selbst entscheiden. Als er dann in Monaco wohnte und kurz vor der Berufung in die Formel 1 stand, hat er meine Frau und mich übers Wochenende zu sich eingeladen. Er wollte mir dort eine Überraschung überreichen. Als ich ankam, erklärte die Angelika – Angelika Langner, Stefans Lebensgefährtin – mir: „Stefan musste schon weg, er darf in Brasilien bei Tyrrell in der Formel 1 fahren. Er hat mir gesagt, ich soll mich um Euch kümmern und er hat etwas für Dich dagelassen.“ Dann gab sie mir einen Umschlag mit einer nicht unerheblichen Summe, die weit über dem lag, was ich eigentlich erwartet hatte. Unaufgefordert! Das müssen Sie sich heute mal überlegen! Den möchte ich erleben, der heute unaufgefordert etwas abliefert, was er theoretisch gar nicht abliefern müsste. Aber so war Stefan. Und das hat mir wieder gezeigt, was er für ein Mann ist. Und dass man ihn charakterlich so einstufen muss, wie wir ihn alle erlebt haben: Als richtig guten Typ, der sein Wort hält. Der zwar viele Verträge unterschrieben hat, die er nicht hätte unterschreiben sollen, aber das mag nicht unbedingt das Problem sein. Für mich war einfach die Erkenntnis wichtig, dass er freiwillig zahlt, was er mir versprochen hat. Zwar mit erheblicher Verspätung, aber scheißegal. Er stand zu seinem Wort. Hat mir ein schönes Hotel bestellt, dort haben wir drei Tage verbracht und sind dann wieder nach Hause geflogen.

StefanBellofOfficial: Haben Sie sein erstes Formel 1 Rennen im TV gesehen?

Rainer Braun: Wir haben an jenem Wochenende am Sonntagabend zitternd beim Brasilien Grand Prix vor dem Fernseher gesessen, als die Übertragung begann. Ich weiß es heute noch: Kurz nach 18.00 Uhr sollte sie anfangen, aber dann gab es eine Diskussion von den Grünen in Stuttgart, wo gerade Landtagswahl war und ein Herr Teufel hat die Zeit überzogen, sodass die Übertragung verspätet zugeschaltet wurde. Ich bin bald närrisch geworden, weil ich wissen wollte, was da abgeht. Wir waren damals ja noch angewiesen auf diese Aufzeichnungen. Es war alles nicht live, es war verschoben und zeitversetzt. Und als es dann endlich losging, war das Rennen ja schon recht weit.

StefanBellofOfficial: Nach der 13. Runde war dann ja auch Feierabend.

Rainer Braun: Leider, es sah bis dahin ja richtig gut aus, Stefan wäre bei seinem ersten F1-Rennen sicher gleich in die Punkte gefahren, Platz 5 war schon realistisch. Es war insgesamt einfach eine schöne Zeit. Ich erinnere mich sehr, sehr gerne daran und die Porsche-Leute im Übrigen auch. Er war halt ihr Schnellster. Und als er am Norisring aufgegeigt hat, da hat die ganze Haupttribüne gestanden. Da kam Franz Josef Strauß und hat Stefan die Hand gedrückt. Er ist einer der wenigen Rennfahrer, die vom Strauß den Kranz umgehängt bekommen haben. Ja, unser Stefan. dieses Jahr wäre er 60 geworden…

StefanBellofOfficial: Haben Sie noch eine Geschichte, die Sie gerne mit uns teilen möchten?

Rainer Braun: Ich weiß noch, wie er vor meiner Tür stand und sagte: „Du, heute habe ich die Strecke Gießen-Much in 45 Minuten geschafft.“ Ich sagte: „Hast Du ‘nen Knall? Das geht doch gar nicht, ich fahre schon anderthalb Stunden und ich fahre sicher nicht grad langsam. Wie geht das?“ Er sagte nur: „Da musst Du Gas geben.“ Der hat da aufgeräumt, ist wechselweise über alle Fahrspuren inklusive Standspur gefahren. Es gab ähnliche einschneidende Dinge, über die Angelika mehr erzählen kann. Irgendwann hat er ein unbeleuchtetes Auto auf der Autobahn getroffen, das auf der Überholspur stand. Ein VW Bulli ohne Licht, mitten in der Nacht. Der Bulli ist irgendwohin geflogen, der Motor ist fortgeflogen und Angelika hat sich den Fuß gebrochen und humpelte herum. Und Stefan meinte nur *im hessischen Dialekt*: „Stell dich ned so an! Mach, dass wir weiderkomme.“ *lacht* Es gibt natürlich unzählige Geschichten über ihn, da könntest du Bücher mit füllen. Wir haben ja eins geschrieben, da steht schon sehr viel drin. Es hat uns große Freude gemacht, dem Ferdi und mir, weil es einfach eine Zeitreise zurück war. Wir haben bewusst Abstand gelassen, weil man sich nach so einem Vorfall nicht einfach hinsetzen und ein Buch schreiben kann. Man muss das alles erst einmal verarbeiten. Aber das Buch enthält sicher noch einiges, was wir hier jetzt nicht mehr groß breittreten können, weil einfach keine Zeit dafür ist.

StefanBellofOfficial: Was ist Ihre schönste Erinnerung an Stefan?

Rainer Braun: Zweifellos der Formel 2-Sieg in Hockenheim. Das war, als ob dich jemand hochhebt, du auf dem Thron im Himmel sitzt und von oben herunterschaust, es war unfassbar. Ich bin mit Tränen in den Augen nach Hause gefahren. Ich war sowas von fertig. Es war der Moment, wo ich begriffen habe, was uns da für ein Talent geschenkt worden ist. Und wenn Sie das verlieren und diese schreckliche Nachricht erhalten…

StefanBellofOfficial: Wie haben Sie es denn erfahren?

Rainer Braun: Ich war in Salzburg, wo ich einen Lauf zum Renault R5 Pokal kommentiert hatte. Als ich dort im Flughafengebäude sitze, setzt sich der Miguel Balsalobre mit ernstem Gesicht neben mich, schaut mich an und fragt: „Und, was gibt’s Neues vom Stefan?“ Ich sage: „Was soll’s Neues geben, der wird in Spa gewonnen haben.“ Und er sagt: „Du weißt es offenbar nicht.“ „Nein, ich weiß nichts.“ Es war schließlich noch nicht die große Zeit der Handys und so, da hast du noch von der Telefonzelle aus telefoniert. Und dann hat er mir gesagt, was passiert ist. Darauf habe ich gleich zuhause angerufen und meine Frau hat mir gesagt, dass Stefan tot ist. Da bin ich Ohnmacht gefallen. Auf dem Salzburger Flughafen. Mit dem Telefonhörer in der Hand. Weg. Kreislaufkollaps. Wiedersehn. Als ich zu mir kam, standen X Leute um mich herum. Dann kam ein Sanitäter angelaufen und hat mir irgendein Salmiakgeist oder sowas unter die Nase gehalten, damit ich wieder zu mir komme. Das war dunkelste Nacht für mich. Ich habe den ganzen Flug über bis nach Frankfurt nur geflennt, saß am Fenster und war nicht ansprechbar. Die anderen Fluggäste haben bestimmt gedacht, ich habe ‘nen Dachschaden, die wussten ja nicht, worum es geht. Es war schrecklich, aber man muss darüber hinwegkommen. Und je mehr man hier über Stefan spricht, desto mehr wird mir das ganze Elend wieder bewusst.

StefanBellofOfficial: Auch so viele Jahre danach? Besonders jetzt, wo sich der Rekord in der Nordschleife gejährt hat.

Rainer Braun: Ja, selbstverständlich. Ich saß am Nürburgring beim 1000km Rennen 1983 als Streckensprecher am Mikro, da fuhr Stefan im Training wie ein Weltmeister. Und ich habe gesagt, das gibt es nicht, das kann nicht sein, dass der die Leute so verarscht. Woher holt er die Zeit? Was dann im Rennen passiert ist, wissen wir ja. Als ich die Unfall-Meldung aus dem Pfanzgarten gekriegt habe und die auch noch selbst verkünden musste, war das schon bitter. Und wenn du abfliegst an der Stelle, von wo das vermeldet worden ist, dann hast du schon Bedenken, ob der das überlebt hat. Aber dann kommt Stefan fröhlich anspaziert und sagt: „Du, geil war das!“ *lacht* „Hoch und weit!“ Das war alles. Und dann hat er gleich gefragt, ob er umsteigen kann, aber die Teamleitung hat natürlich nein gesagt. Der Klaus Bischoff hat ihn stattdessen sofort aus dem Verkehr gezogen, damit er nicht auch noch den Ansturm der der Journalisten und ihre Fragen verkraften musste. Jeder wollte was von ihm. Der wäre sofort ins nächste Auto gestiegen und hätte im gleichen Stil weitergemacht! Der hätte das Rennen haushoch gewonnen. Der war viel schneller als seine Porsche-Teamkollegen Ickx, Mass und Bell. Da ging es nicht  um ein paar Zehntel, sondern um 5, 6, 7, 10 Sekunden und mehr pro Runde

StefanBellofOfficial: Unvorstellbar. Das sind Welten im Motorsport.

Rainer Braun: Man erzählt es immer wieder gerne, weil man kaum über einen Menschen so viele Dinge zu erzählen hat wie über Stefan. So viele Geschichten hat uns kaum ein anderer Rennfahrer hinterlassen. Von Gerhard Bergergäbe es ähnliche Sachen zu erzählen, deswegen waren die sich auch so ähnlich und so nahe, die zwei. Die hätten sich als Teamkollegen bei Ferrari oder McLaren wunderbar verstanden. Da wäre es wohl auch nicht zum Eklat Prost-Senna gekommen, weil diese Paarung dann so vermutlich nicht gegeben hätte. Die hätten Spaß ohne Ende gehabt miteinander, die hätten sich gegenseitig angeschoben im Rennen, aus Jux und Tollerei. Und hätten sich hinterher vor Lachen kaum eingekriegt. So war er, unser Stefan! Der Gerhard Berger war übrigens auch der einzige aus der Formel 1-Riege, der zur Beerdigung nach Gießen gekommen ist – das rechne ich ihm noch heute hoch an.

StefanBellofOfficial: Vielen Dank für dieses Gespräch und den wunderbaren Schlusssatz.

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